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Dec

Eigentlich ist der kleine Simon ein Junge wie jeder andere. Nur wer ihn kennt, weiß, dass er ein schweres Schicksal hat: Er leidet unter einem angeborenen Immundefekt, oft auch primärer Immundefekt genannt. Seinem Körper fehlt ein wichtiger Bestandteil der körpereigenen Abwehr: Er bildet zu wenig oder überhaupt keine Antikörper. Dass er trotzdem ein ganz normales Leben führen und mit seinen Altersgenossen spielen und toben kann, verdankt er Plasmaspendern.

Obwohl Simon krank ist, hat er Glück gehabt: Sein angeborener Immundefekt wurde früh entdeckt. Dem Fünfjährigen blieb das Schicksal erspart, das die Lebensgeschichte vieler anderer Betroffener wie ein roter Faden durchzieht: Sie gehen einen jahrelangen Leidensweg, bis die Ärzte irgendwann einen angeborenen Immundefekt bei ihnen diagnostizieren. Der genetische Defekt wird häufig nicht erkannt, da sich die Krankheit unspezifisch äußert. Je nach Ausprägung leiden Betroffene z. B. an immer wiederkehrenden Infektionen wie Bronchitis, Nasennebenhöhlen- und Ohrenentzündungen oder auch Lungen-, Knochenmarks- und Hirnhautentzündungen, an Haut- oder Organabszessen sowie an plötzlichen Fieberschüben. Da angeborene Immundefekte sehr selten sind, ist das Wissen um diese Krankheit in Deutschland (noch) nicht sehr groß. Häufige und schwere Infekte – die „Alarmzeichen“ für einen möglichen angeborenen Immundefekt – sind gerade im Kindesalter nicht ungewöhnlich, weshalb die Krankheit oft lange unentdeckt bleibt.

Simon ist auf die Hilfe von Menschen angewiesen, die zur Plasmaspende gehen: Der aufgeweckte und lebensfrohe Junge bekommt regelmäßig Antikörper (Immunglobuline) verabreicht, die aus dem Blutplasma anderer Menschen gewonnen werden. Plasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser und zu 7 bis 8 Prozent aus Eiweißen. Rund 20 Prozent dieser Eiweißbestandteile sind Antikörper. Sie wehren Krankheitserreger ab und machen Simon so weniger anfällig für Infektionen.

„Ohne diese Spritzen mit Antikörpern wäre mein Sohn ständig krank, bekäme Antibiotika, die nicht anschlagen, hätte häufig schwere Infektionen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden können“, erzählt Simons Mutter. Und hofft, dass es auch in Zukunft viele Menschen gibt, die bereit sind, Plasma zu spenden, um damit Simon und anderen Betroffenen zu helfen.

Das Foto zeigt Simon zusammen mit Sat-1-Moderatorin Karen Heinrichs bei einem gemeinsamen Besuch im Berliner Plasmacenter.
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